Startseite        Branchenbuch Brandenburg/Havel        Häufig gestellte Fragen (FAQ)        Impressum        Downloads        Sitemap


  Wir über uns Leistungsspektrum News & Termine Info-Center Mitgliedschaft
 
Info-Center
Fachartikel & Checklisten
Unternehmensführung
Unternehmensfinanzierung
Kreditmanagement
International Business
Wirtschaftsinformationen
Marketing
Recht und Steuern
Forderungsmanagement
Systeme & Beratung
Online-Rechner
Lexikon Forderungsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Aktuelle Wirtschaftsforschung
Creditreform Akademie
Bundesweite Nachrichten

15.05.2012 - SchuldnerKlima-Index Deutschland mit 102,3 Punkten im Frühjahr 2012 auf stabil-positivem Niveau mehr

15.05.2012 - Aktuelle Analyse zur Wirtschaftslage im österreichischen Mittelstand mehr

 

Startseite Info-Center Fachartikel & Checklisten Unternehmensfinanzierung Flexibler Kreditrahmen

Flexibler Kreditrahmen

Ursprünglich für international tätige Handelsunternehmen konzipiert, findet der Borrowing-Base-Kredit als Sonderform der Working-Capital-Finanzierung inzwischen seinen Weg auch in die Umlaufvermögensfinanzierung deutscher Mittelständler. Die Einzelheiten.

Die Finanzmarktkrise ist mit voller Wucht im deutschen Mittelstand angekommen. Für nahezu alle Unternehmer ist es mittlerweile absehbar, dass sich während der Rezession wesentliche Finanzkennziffern verschlechtern werden. Als wäre diese Entwicklung nicht schon kritisch genug, erschweren weitere typische Folgen eines Rezessionsszenarios die Liquiditätssteuerung:

  • Lieferanten kürzen ihre Zahlungsziele, weil sie Geldeingänge beschleunigen und ihren Finanzierungsbedarf reduzieren wollen,
  • schleppende Zahlungsmoral der Abnehmer führt zu Überziehungen ihrer Debitorenlimite, weil ihnen nicht genügend Betriebsmittellinien zur Verfügung stehen – und sie verhandeln über längere Zahlungsziele als Bedingung für neue Bestellungen,
  • Kreditversicherer kürzen oder suspendieren einerseits Warenkreditlimite für die Abnehmer und setzen andererseits restriktivere Schuldnerlimite für das Unternehmen, womit sich dessen Spielraum zur Aufnahme von Lieferantenkredite einengt,
  • durch rückläufige Auftragsbestände sinken die Lagerumschlagshäufigkeit und bei einem fallenden Preisniveau auch die Möglichkeit, das Vorratsvermögen durch außerplanmäßige Lagerverkäufe schnell und verlustfrei zur Liquiditätsbeschaffung zu nutzen.

Alternative: Borrowing Base

In Krisenzeiten hört man oft das Zitat: „Liquidität geht vor Rentabilität.“ Dies ist der Tatsache geschuldet, dass Unternehmen überwiegend aufgrund von Illiquidität und nicht wegen Überschuldung ein Insolvenzverfahren beantragen. Daher ist die Sicherung einer ausreichenden Finanzierung des Umlaufvermögens heute mehr denn je von hoher Bedeutung. Bei sich sehr schnell verändernden Rahmenbedingungen hat sich hierfür ein Finanzierungsinstrument bewährt, das ursprünglich für international tätige Handelsunternehmen konzipiert wurde und seit wenigen Jahren über eine kleine Zahl von Banken den Weg in die Umlaufvermögensfinanzierung des deutschen Mittelstands gefunden hat. Die Rede ist von Borrowing Base Finance, einer Sonderform der Working-Capital-Finanzierung mit flexiblen Inanspruchnahmemöglichkeiten. Dieses moderne Finanzierungsinstrument  basiert auf einem vereinbarten Rahmen mit der Bank und ist besichert durch das Umlaufvermögen (Warenbestände und Forderungen) des Kreditnehmers. Im Unterschied zur üblichen Betriebsmittelfinanzierung mit ihren Fixbeträgen atmet die maximale Ausnutzbarkeit eines Borrowing-Base-Kredits mit der Höhe der gestellten Sicherheiten. Werden also beispielsweise mehr Vorprodukte für einen Großauftrag eingelagert, erhöht sich der Wert der Sicherheiten für die Bank und damit quasi automatisch der finanzielle Spielraum für den Kreditnehmer.

Solche individuellen Borrowing-Base-Lösungen strukturiert die Commerzbank für Unternehmen zur revolvierenden Finanzierung des Warenlagers und von Kundenforderungen gegenüber in- und ausländischen Debitoren. Sie können Rohstoffe ebenso umfassen wie Waren in Transit, unfertige und fertige Erzeugnisse. Üblicherweise bewegen sich die Rahmenfinanzierungszusagen in einer Größenordnung von mehr als zehn Millionen Euro.

Einer ihrer wichtigsten Vorteile: Sie schaffen Freiraum für laufzeitkongruente Refinanzierungen. Die Kopplung der Besicherung an die finanzierten Aktiva aus dem Umlaufvermögen eröffnet Unternehmen weitere Finanzierungsspielräume für Investitionen durch freie Sicherheiten aus dem Anlagevermögen oder sonstige Aktiva. Auch bei volatilen Rohstoffpreisen bietet die Borrowing-Base-Finanzierung eine flexible Lösung bis zu dem maximal vereinbarten Finanzierungsrahmen. Zudem schlagen klare Kostenvorteile zu Buche: Die volle Besicherung des Kredites spiegelt sich in günstigeren Konditionen gegenüber un- oder teilbesicherten Betriebsmittelkrediten mit vergleichbarer Laufzeit wider.

Günstig, transparent, flexibel

Vor der erstmaligen Gewährung einer Borrowing-Base-Finanzierung wird von der Commerzbank gemeinsam mit ihrem Kunden eine Vorprüfung durchgeführt. Sie dient der Feststellung von geeigneten Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens für eine Borrowing-Base-Finanzierung, der Festlegung einer für den Kunden nachvollziehbaren Bewertung dieser Aktiva sowie der Prüfung aller Rahmenbedingungen für die rechtswirksame Bestellung von Sicherheiten. Voraussetzung für eine Bewertung der Assets ist die Einräumung eines erstrangigen Sicherungsrechts an den finanzierten Vermögensgegenständen durch den Kunden zugunsten der Bank.

Auf dieser Basis schließen Kunde und Bank dann Rahmenverträge zur Dokumentation des Kreditverhältnisses und der Besicherung. Folgeprüfungen beim Unternehmen beziehungsweise in den wesentlichen Lagerstätten dienen der Abstimmung der in periodischen Abständen an die Bank gelieferten Daten und Informationen zur Entwicklung des Umlaufvermögens. Die Erstprüfungen dauern je nach Umfang der Vermögensgegenstände und Unterlagen, Komplexität der Lagerstätten sowie rechtlichen Rahmenbedingungen üblicher Weise zwei bis drei Tage am Firmensitz und an den Hauptlagerorten des Unternehmens.

Die Vorteile für die Unternehmen in Form von mehr Flexibilität in der Mittelbeschaffung, Transparenz über die Höhe der Liquidität, die aus dem Umlaufvermögen generiert werden kann sowie von günstigen Finanzierungskosten wiegen den administrativen Aufwand mehr als auf. Aufgrund ihrer Besicherung sind diese Finanzierungen für die Banken unter Basel II kapitalschonender als vergleichsweise, auf Blankobasis gewährte Betriebsmittelfinanzierung. Die den Borrowing-Base-Finanzierungen zugrunde liegende regelmäßige Kommunikation zwischen Kunde und Bank vertieft zudem eine vertrauensvolle Geschäftsverbindung. In Zeiten, in denen gegenseitiges Vertrauen eine entscheidende Rolle spielt, sicherlich ein nicht zu unterschätzender, immaterieller Wert.

Autor: Peter-Josef Becker, Comnmerzbank AG, Beitrag aus Creditreform – das Unternehmermagazin aus der Verlagsgruppe Handelsblatt



   Seite: drucken  |  weiterempfehlen  |  verlinken Bookmark and Share
 
 
  Kontakt | | Disclaimer | Datenschutz | Downloads | Sitemap    
       
  © 2011 Creditreform Brandenburg/Havel Wolfram KG | Silostraße 8-10 | D-14770 Brandenburg/Havel
Tel.: 0 33 81 / 76 86-0 | Fax: 0 33 81 / 76 86-51 | E-Mail: vertrieb@brandenburg.creditreform.de