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Die Fitness im Fokus

Creditreform Unternehmermagazin

Creditreform Magazin, 08.08.2011


Vincent Bradley, Geschäftsführer der Fitwell GmbH in Bochum, gibt Tipps zu Fitnessprogrammen für Mitarbeiter.

Was können Unternehmen für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter tun?

Jeder Arbeitgeber möchte leistungsfähige, motivierte, belastbare und gesunde Mitarbeiter. Leider sind über 80 Prozent der Erwachsenen in Deutschland entweder unregelmäßig oder überhaupt nicht aktiv für die eigene Gesundheit. Häufigst angegebener Grund ist der Zeitmangel. Die Folgen sind bekannt, Übergewicht, Bluthochdruck, Rückenschmerzen, Stress, Kopfschmerzen und andere vermeidbare Krankheiten entstehen. Sie führen zu Arbeitsausfall oder zur noch teueren sinkenden Leistungsfähigkeit bei der Arbeit. Deshalb ist bei den Mitarbeitern die Sensibilität für ihre eigene Gesundheit durch spezielle Maßnahmen und Programme zu steigern. Möglichst im Rahmen einer persönlichen Förderung, zum Beispiel durch ein individuelles Fitness-, Ernährungs- oder Entspannungsangebot. Ausschlaggebend ist, das Angebot muss ehrlich gemeint sein und von der Unternehmensführung unterstützt werden. Heute gibt es Spezialisten, die besonders KMU bei der Konzeption und Umsetzung von betrieblichen Gesundheitsprogrammen helfen.

Müssen Unternehmen im Zuge des demografischen Wandlung künftig mehr anbieten?

Ein Blick in die Statistik der Arbeitnehmer in zum Beispiel NRW zeigt, dass weit mehr als die Hälfte über 40 ist - aufgrund des demografischen Wandels Tendenz zunehmend. In Anbetracht der Tatsache, dass diese Arbeitnehmer bis zum 67sten Lebensjahr arbeiten sollen, muss es im Interesse jedes Firmenchefs sein, sie möglichst lang leistungsfähig zu halten. Erfreulicherweise ist gerade bei der Gruppe der über 40-jährigen eine höhere Bereitschaft zu einem aktiveren Lebensstil erkennbar. Insoweit treffen Arbeitgeber auf eine vielleicht schon vorhandene Bereitschaft, auf der aufgebaut werden kann. Andere, die den "inneren Schweinehund" nicht überwunden haben, sind durch individuelle Ansprache zu überzeugen, dass sie durch die Teilnahme an Fitnessprogrammen eine höhere Lebensqualität bei der Arbeit und in der Freizeit erreichen.

Wie bewerten Sie den Return on Investment?

Unzählige Studien zeigen die positive, präventive sowie heilende Wirkung von regelmäßiger Bewegung und gesunder Ernährung. Mehr Energie, gute Laune, höhere Kreativität, positive Ausstrahlung und natürlich geistige und körperliche Leistungsfähigkeit sind die - leider nicht messbaren - Auswirkungen eines aktiven und gesunden Lebensstils. Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Einsatz maßgeschneiderter Gesundheitsmaßnahmen zu einem Return on Investment von bis zu 1:5 sorgen. Aus meiner Sicht ist die "Blick in die Zukunft"-Methode die beste. Bei dieser schließt der Chef die Augen und stellt sich sein Team in 5, 10 und 15 Jahren, mit oder ohne Gesundheitsförderung, vor.

Wird die Personalsuche leichter, die Fluktuation geringer?

Um für die Besten attraktiv zu sein gilt es, ein Arbeitgeber zu sein, der den Menschen im Blick hat. Angebote zur Weiterbildung, Beruf und Familie und natürlich Gesundheit und Wohlbefinden sind unverzichtbar und werden heute vom Spitzen-Arbeitnehmer erwartet. Das gezeigte Interesse des Unternehmens für seine Mitarbeiter führt zu einer gesteigerten Identifikation mit und zu einer erhöhten Leistungsbereitschaft für das Unternehmen. Die Fluktuation wird auch geringer, durch die einfache Erkenntnis "Warum woanders hin, wenn es mir hier so gut geht".

Autor: Die Fragen stellte Gerd Zimmermann

zum Hauptartikel "Gesundheitliche Betriebsförderung"



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